Gelebte Nachbarschaft: WG-Zimmer einrichten mit Nachbars Hilfe.

Gelebte Nachbarschaft: WG-Zimmer einrichten mit Nachbars Hilfe.

Dem guten Frager ist schon halb geantwortet......oder wie ich mir mit Hilfe meiner Nachbarn ein neues Zuhause geschaffen habe.

Ein Bett, ein Stuhl und vier Kartons. Der Anblick meines Zimmers war ziemlich trist. Ich war gerade in meine neue Wohnung gezogen und wurde stets beim morgendlichen Duschen daran erinnert. Wer schon mal versucht hat ohne Vorhang in einer Wanne zu duschen, weiß wovon ich spreche.

Es gab also noch einiges zu tun in der neuen Wohnung und ich war motiviert Zimmer und Bad auf Vordermann zu bringen. Allerdings fehlte es an Einrichtung, handwerklichen Materialien und außerdem an Zeit diese zu besorgen, da ich die meiste Zeit des Tages arbeiten war. Zu viel kosten sollte das Ganze natürlich auch nicht.

Da kam ich auf die Idee mich einfach mal an meine Nachbarn im Scheunenviertel zu wenden. Denn ich hatte mich gerade bei nebenan.de anmeldet. Zunächst war ich etwas skeptisch, aber der Versuch kostet bekanntlich ja nichts und passte somit ganz gut in meine Budgetplanung. Zwei Tage dauerte es und die ersten Nachbarn meldeten sich. Im Angebot waren Schränke, Fahrräder, Bilderrahmen und vieles mehr.

Matthias war einer der ersten. Er lud mich ein nach der Arbeit bei ihm vorbeizukommen, um ein paar Lautsprecher und Gläser anzuschauen. Bei meiner Ankunft wurde ich erstmal mit einem leckeren Drink aufs Haus begrüßt, bevor Matthias mir die besagten Objekte zeigte und ich feststellte, dass er nicht ganz ehrlich zu mir gewesen war. Denn neben Lautsprechern und gut 20 Gläsern gab es noch Kissen, Putzutensilien, ein Schuhregal und vieles mehr. Ich konnte kaum die Tür öffnen, als ich Matthias mit zwei voll beladenen Ikea Taschen in beiden Händen verließ. Zusätzlich gab es noch Dübel, Schrauben und handwerkliche Ratschläge, womit ich gleich am Abend unsere Duschstange an ihrem Bestimmungsort platzierte.
Aber das war Matthias noch nicht genug. Auch in den folgenden Tagen war er eine große Hilfe für mich und meine Mitbewohnerin. Er lieh uns seine Leiter, stellte uns seine Waschmaschine zur Verfügung und kam am Wochenende sogar vorbei, um selbst Hand anzulegen.

Ich muss sagen, ich hatte nicht erwartet auf so viel Unterstützung zu treffen. Aber mittlerweile glaube ich, dass es in jeder Nachbarschaft einen Matthias gibt. Die eigentliche Kunst ist es diese Nachbarn zu finden und sich nicht zu scheuen um Hilfe zu fragen.

Euer Paul