Schnippelparty! Mit Nachbarn kochen und genießen

Schnippelparty! Mit Nachbarn kochen und genießen

Dieser Artikel wurde von Nele und Dörte aus Düsseldorf Stadtmitte für unseren Blog verfasst

Schnippelparty, was ist das? Das sagt nicht jedem was. Es ist aber ein ganz einfaches Konzept, mit dem man Nachbarn zusammen bringen kann. Neele Behler und Dörte Kiel vom Düsseldorfer Quartiersprojekt Stadtmitte haben eine Schnippelparty veranstaltet und berichten uns nun davon.

An einem Mittwochabend im September haben wir zum ersten Mal unsere direkten NachbarInnen zu uns ins Projektbüro, ein kleines Ladenlokal in einer Wohnstraße, eingeladen. Wir sind zwar „professionelle“ Nachbarschaftsstifterinnen, aber gemeinsam schnippeln kann wirklich jeder.

Schnippeln und dabei ins Gespräch kommen

Um 18 Uhr ging unsere Schnippelparty los: Schnell entwickelte sich über das gemeinsame Tun eine lustige Runde und die Salatschüssel und das Blech füllten sich. Obwohl sich die wenigsten vorher kannten, kamen wir schnell auf Themen, die alle im Stadtteil bewegen. Einige leben schon seit Jahrzehnten hier, andere sind erst vor kurzem hergezogen. Hier in Stadtmitte wird aktuell viel gebaut und viele fragen sich, was das für den Stadtteil bedeutet.

Improvisieren: Platz ist in der kleinsten Ecke

Die Zeit, die das Essen im Ofen brauchte, nutzten wir, um im kleinen Hof eine schöne Tafel aufzubauen. Unser Stadtteil ist sehr dicht bebaut, da muss man manchmal kreativ werden, um ein Eckchen für Nachbarschaft zu finden. Eine weiße Tischdecke durfte da natürlich auch nicht fehlen. Hier gab es dann unser leckeres drei Gänge Menü aus Salat, Blechgemüse und Nachtisch. Angekündigt war die Schnippelparty von 18:00 bis 20:00 Uhr. Zusammengesessen haben wir aber noch länger, weil es so schön war.

Habt ihr auch Lust bekommen?! Neele und Dörte erklären euch, wie sich eine Schnippelparty auf die Beine stellen lässt:

1) Nachbarn einladen

Eine Schnippelparty organisiert sich nicht von selbst, aber mit 2 oder 3 engagierten NachbarInnen gelingt die Party in jeder Nachbarschaft. Eingeladen haben wir natürlich über nebenan.de, aber auch mit Handzetteln, die wir in die Briefkästen der Nachbarn in den Straßen rund um unser Projektbüro geworfen haben. Beim Verteilen der Zettel hat uns zum Beispiel das Seniorennetzwerk geholfen. Gut ist es auch, die Flyer am Kiosk oder Supermarkt, in Apotheken und Wartezimmern von Arztpraxen auszulegen. Und die beste Einladung ist immer noch die Mund-zu-Mund-Werbung durch NachbarInnen und Freunde.

2) Die Küche

Zuerst braucht es natürlich einen geeigneten Ort, an dem man gut zusammen schnippeln, kochen und essen kann: Das kann ein Nachbarschaftszentrum sein oder die Wohnung eines Nachbarn. Bei gutem Wetter kann sogar draußen auf einem Platz gekocht werden.

3) Ausrüstung

Notwendig für die Vorbereitung ist außerdem ein Grundstock an Gewürzen, Öl, Kochgeschirr, Schüsseln, viele Brettchen und Messer, damit alle mit anfassen können. Am besten ist es, wenn alle sich Nachbarn ein bisschen beteiligen, sei es ein Schneidebrettchen mitbringen, Lebensmittel besorgen oder einen Beitrag für den Einkauf dazu geben (man könnte auch eine Dose rumgehen lassen oder einen festen Betrag einsammeln).

4) Menü

Auf dem Menü standen buntes Blechgemüse und ein sommerlicher Salat. Das hatte den Vorteil, dass wir fast alles, was die Nachbarn mitgebracht haben in unseren Gerichten verwerten konnten.
Eine Rollenverteilung hilft beim Ablauf: Neele hat alle Nachbarn begrüßt, geguckt, dass es allen gut ging und den Ablauf erklärt, während Dörte die Organisation rund ums Kochen übernommen hat.

Extra Tipp: Lebensmittel retten

Für unsere Schnippelparty haben wir einen Grundstock an Lebensmitteln eingekauft, damit auch auf jeden Fall etwas da ist. Eine tolle Idee ist aber auch Lebensmittel vor der Mülltonne zu retten. In vielen Städten gibt es Gruppen des Vereins foodsharing. Sie holen Lebensmittel, die kurz vor dem Verfallsdatum stehen oder nicht mehr ansehnlich genug für den Verkauf, aber noch vollkommen essbar sind ab und verteilen sie an alle, die mögen. Wie sich Foodsharing in der Nachbarschaft organisieren lässt, erfahrt ihr hier.
Auch die Slowfood Jugend gibt Tipps, wie man Lebensmittel durch Schnippeldiskos vorm Wegwerfen bewahren kann.

Viel Spaß beim Schnippeln und kennenlernen!
Neele und Dörte aus Düsseldorf-Stadtmitte

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