TÜR 18 unseres Adventskalenders: Monika aus Köln

TÜR 18 unseres Adventskalenders: Monika aus Köln

Spontan, unkompliziert, verbindend: die Kofferflohmärkte in Köln

Wisst ihr was ein Kofferflohmarkt ist? Monika zieht mit zwei Koffern und regelmäßig durch ihre Nachbarschaft und initiiert so spontanes Marktplatz-Feeling in ihrem Viertel. Mittlerweile finden die Kofferflohmärkte regelmäßig statt und verbinden so die Menschen. Weil Monika nicht so gerne über sich selbst schreibt, hat das ihre Nachbarin Katrin für sie übernommen. Danke, Katrin!

"Ich lernte Monika über das Netzwerk nebenan.de kennen. Sie fiel mir mit ihren vielen Beiträgen und Kommentaren gleich auf. Sie brachte sich in jede Unterhaltung, Frage oder Ankündigung zu einer Veranstaltung ein. Dass sie die eigentliche Initiatorin für den Stadtteil auf nebenan.de ist, kam mir aber nicht in den Sinn. Mir fiel nur auf, dass sie scheinbar sehr vielseitig interessiert, offen und wissend ist und großes Interesse hat, die Plattform mit Leben zu füllen. Wir verabredeten uns zu einem der Stammtisch-Termine und stellten gleich fest, dass uns die gemeinsame Liebe zu meiner Heimat verbindet. Aus den vielen tollen Ideen, die uns im Kopf schwirrten, war die Idee mit dem Kofferflohmarkt am schnellsten umgesetzt. Ohne viel Organisation, Anmeldungen und mit nur ganz wenigen Kosten. Damit jeder daran teilhaben kann. Das Ziel ist, den Stadtteil zu beleben, Menschen zu verbinden und Kooperationen entstehen zu lassen. Ein Kofferflohmarkt soll sich bei uns als eine Art Marktplatz entwickeln und sieht vor, das man nicht mehr als zwei Koffer dabei hat, kein Streetfood verkauft (denn dann müsste man den Flohmarkt anmelden und würde die Spontanität nehmen) und keine Kleiderstangen oder ähnliches.

Bisher ist der Charakter immer improvisiert, aber das Marktplatzgefühl hat sich bei uns schon eingestellt. Im nächsten Jahr hoffen wir so viele Menschen mit der Idee angesteckt zu haben, dass wir samstags regelmäßig einen schönen Bürgersteigflohmarkt haben, wie man sie aus Belgien oder den Niederlanden kennt: dass die Menschen mit den Koffern vor ihren Haustüren sitzen und aus den Koffern heraus verkaufen.

Bisher ist der Flohmarkt nicht angemeldet und kostet deshalb auch keine Standgebühr. Wir wünschen uns, dass das so bleibt. Denn jeder soll mitmachen können. Man kann bleiben so lange wie man will.

Und nicht zuletzt war es unser Bestreben unser Viertel auch wieder mit etwas Schönem und Positivem in Verbindung zu bringen. Seit den Ereignissen in der Silvesternacht ist unser Kölner Viertel nur noch durch Razzien und ähnliches in der Presse sichtbar gewesen. Die Taunusstraße ist von außen fast nur noch negativ belegt, wie kürzlich erst wieder in einer Dokumentation von frontal21 über die Ereignisse in der Silvesternacht zu sehen. Wir erleben die Straße und das Viertel aber anders. Und so soll der Flohmarkt auch Menschen zusammen bringen, die hier leben. Deshalb wechseln wir den Platz. Wir waren an der Gremberger Straße neben dem Spielplatz, vor der Moschee, vor einem türkischen Kiosk, in der Nähe der S-Bahn, im Park beim Bouleplatz und es sollen noch viel mehr Plätze im Viertel werden. Es wird viel über das Viertel geschrieben, weil es hier eben viele Nordafrikaner gibt. Na und? Hier gibt es auch Kölsche, Niederländer, Belgier, Türken, Amerikaner und sofort. Menschen aus der ganzen Welt kommen hier zusammen."

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