TÜR 4 unseres Adventskalenders: Marie aus Spandau

TÜR 4 unseres Adventskalenders: Marie aus Spandau

Wenn die Nachbarin zur Helferin in der Not wird...

Nachbarschaft bedeutet auch Hilfe und Unterstützung, vor allem wenn man eine Person im nächsten räumlichen Umfeld in Not gerät. Deshalb widmen wir dieses Türchen im Adventskalender der Geschichte von Marie und Luise aus Berlin-Spandau.

"Ich bin Marie und lernte Luise sich über nebenan.de kennen. Luise hatte zwei Gruppen gegründet. „Foodsharing“ und „Babysitting“. „Foodsharing“ gründete Luise, um mit dem gesparten Geld Gerichtsverfahren am Laufen halten zu können- was ich natürlich erst nach und nach erfuhr. Denn Luises älteste Tochter Mona wurde vor 6 Jahren von ihrem Vater in den Gaza Streifen zur Familie des Vaters gebracht. Sie kannte dort weder die Familie noch die Sprache. Und plötzlich musste Luise große Geldsummen aufbringen, um ihre Tochter Mona wieder zurückholen zu können. Bis heute ist ihr das nicht gelungen...

Die Gruppe „Babysitting“ gründete Luise, um ihre zweite Tochter Antonia in guten Händen zu wissen, während sie mit den notwendigen Anwalts- und Behördengängen beschäftigt war. Ich meldete mich bei beiden Gruppen an, Luise kontaktierte mich und so lernten wir uns bei einem Treffen besser kennen. Nachdem wir gemeinsam bei der Kirche waren, um günstig Nahrungsmittel zu bekommen, war mir Luise sehr dankbar. In den folgenden Wochen erfuhren wir viel Unterstützung von weiteren Nachbarn, unter anderem einer Pflegefamilie, die sich um Antonia kümmerte.

Phyisch und psychisch bedroht von Antonias Vater flüchtet Luise in dieser Zeit mit meiner Hilfe in ein Frauenhaus. Dort hielten sich Luise und Antonia 2 Wochen auf. Nachdem sie sich dort erholt hatten, gingen sie zurück nach Hause - nur um plötzlich einer Gerichtsvollzieherin mit der Polizei die Tür zu öffnen. Ein Beschluss berechtigte den Vater per einstweiliger Verfügung das Aufenthaltsbestimmungsrecht über Antonia zu erlangen und sie sofort und unter unmittelbarem Zwang mitzunehmen. Es wurde vor Ort zwischen dem Vater und der Tochter beschlossen, dass Antonia nur mitgeht, wenn ihre Mutter bei ihr bleibt. Am nächsten Morgen drohte der Vater mit der Polizei, wenn die Mutter nicht sofort gehen würde. Es kam zum großen Streit, Luise wurde buchtstäblich aus der Wohnung geworfen.

Aktuell sind Luise und ihre Tochter Antonia voneinander getrennt, ohne jegliche Kontaktmöglichkeit! Ich werde nicht aufhören Luise zu unterstützen. Jedoch wird es ohne fachliche Unterstützung schwer für uns."

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