Aus Grau wird Grün. Urban Gardening erobert die Nachbarschaften.

Aus Grau wird Grün. Urban Gardening erobert die Nachbarschaften.

Der Sommer naht und Parks und Gärten locken bereits jetzt jedes Wochenende tausende von Städtern mit ihrer Blütenpracht. Allerdings sieht unser Alltag oft nicht so bunt aus. Das Grau der Straße wird nur vom Umkraut der Baumscheiben durchbrochen, die entlang des Weges liegen. Doch was können wir tun, um wieder etwas mehr Farbe in unsere Straßen zu bringen?

Ein kreative Antwort auf diese Frage hat eine Gruppe Nachbarn aus Hamburg gefunden. In der Nachbarschaft rund um die Osterstraße trafen sich letzten Monat einige Anwohner, um gemeinsam mit Schaufel und Spaten ein Rondell zu begrünen.

Die Idee in Eigeninitiative verwaiste Flächen in der Stadt mit Blumen und Pflanzen zu verschönern, entstand in den siebziger Jahren in New York und erlebte in den letzten Jahren ein Revival in London, ausgelöst vom Briten Richard Reynolds. Mittlerweile ist das sogenannte „Guerilla“ oder „Urban Gardening“ auch in Deutschland angekommen.

In Eimsbüttel war es Bernhard, der den Anfang machte. Er hatte die Gruppe ins Leben gerufen, besorgte Stauden aus seinem Garten und hielt sogar Rücksprache mit dem Gartenbauamt. Christiane, eine weitere Nachbarin, brachte Findlinge von einem befreundeten Bauern mit. Auch Bettina war bei der Gärtneraktion in der Armbruststraße dabei als die Blumen und Stauden eingepflanzt wurden und hat uns anschließend von ihren Erlebnissen berichtet:

„Die Gärtneraktion war eine tolle Sache. Besonders der nette Kontakt zu den Nachbarn und mal wieder ein wenig in der Erde zu wühlen haben mir viel Freude gemacht. Christiane hatte sogar eine paar Bierbänke mitgebracht, sodass es mir wie ein kleiner Nachbarschaftstreff vorkam. Während der Aktion kamen viele neugierige Nachbarn, die sich sehr über unsere Initiative gefreut haben. Es ist schön etwas mit langfristigem Wert zu schaffen. Jetzt sehe ich jeden Morgen auf meinem Weg zur Arbeit, wie die Pflanzen Stück für Stück wachsen.“

Für alle Nachbarn, die auch Lust haben mit Spaten und Schaufel ihre Straßen zu verschönern, haben Bettina und Bernhard ihre wertvollsten Tipps zusammengefasst:

1. Lage Lage Lage:
Die Lage der Fläche ist entscheidend. Denn nur wenn ausreichend Schatten und Sonne auf das zukünftige Beet fallen, können die Pflanzen den Sommer unbeschadet überstehen. Außerdem lohnt es sich, die Erde vor dem Bepflanzen unter die Lupe zu nehmen, um sie gegebenenfalls mit etwas frischer Erde anzureichern.

2. Wähle die richtigen Pflanzen:
Es eignen sich besonders widerstandsfähige Pflanzen und schnell wachsende Blumen, wie Sonnenblumen, Stauden oder Stockrosen.

3. Gemeinsam gießen:
Damit die Pflanzen auch die trockenen Monate überstehen, haben Bernhard und ein Nachbar aus der Nähe das Gießen übernommen und schauen nun ab und zu nach den Pflanzen. Bei Bedarf helfen sie mit einem frischen Eimer Wasser aus.

Wir wünschen euch viel Erfolg beim Gärtnern mit euren Nachbarn und würden uns sehr über eure Schnappschüsse freuen!

Weitere Tipps und Anleitungen findet ihr bei den Gartenpiraten.

Eure Ina