Wohin nur mit all dem Zeug? Die Tauschparty als Lösung!

Wohin nur mit all dem Zeug? Die Tauschparty als Lösung!

Katharina ist Nachbarin in Stuttgart-Hasenberg und hat in ihrer Nachbarschaft eine sogenannte Kleidertauschparty veranstaltet. Der Nachmittag war ein voller Erfolg! Aber das erzählt euch Katharina mit ihrem Bericht einfach selbst:

Der Entschluss

Als wir vor ein paar Monaten vom Norden in den Süden Deutschlands gezogen sind habe ich festgestellt, dass ich einfach zu viel Kram habe. Und vor allem zu viele Klamotten. Meine Kleidergröße hat sich seit meiner Teenagerzeit nicht drastisch verändert, weswegen es nie wirklich Grund gab auszusortieren. Außer es ist wirklich mal etwas zerrissen, aber wie oft kommt das schon vor? So habe ich mich beim Packen vor dem gigantischen Berg schöner Kleidung im super Zustand wiedergefunden. Höchstens ein, ein Drittel habe ich im vergangen Jahr tatsächlich getragen. Das Jahr hat einfach gar nicht so viele Tage, als dass man tatsächlich alles einmal tragen kann ;) Und damit meine ich so tragen, dass man auch vom Tragen sprechen kann. Vor dem Spiegel anprobieren zählt nicht. Um nicht mehr die Häme meines Freundes zu ertragen, der sich über meine sich stapelnden Kartons lustig gemacht hat, habe ich beschlossen auszumisten. Es war auch dringend notwendig, denn in der neuen Wohnung hatten wir nicht mehr so viel Stauraum. So fiel noch deutlicher auf, wie dringend notwendig das war. eBay, Kleiderkreisel und Co. habe ich schnell verworfen. Ich hätte meinen eigenen Onlineshop in Vollzeit betreiben müssen, um alles einzeln zu fotografieren, hochzuladen und dann mit den Interessentinnen zu verhandeln.

Bei meinem Auslandssemester in England hat mich eine kanadische Kommilitonin zu einer „clothes swap“ Party ihrer australischen Freundin mitgenommen - zu einer Kleidertauschparty. Das Konzept ist simpel: man überlege sich wie viele Menschen in das heimische Wohnzimmer passen und grenzt daraufhin das Geschlecht und die Größe ein, setzt einen Termin fest und lädt (am besten) nette Menschen ein. Damals was CouchSurfing das Mittel der Wahl um solche Veranstaltungen zu veröffentlichen - ich habe mich aber dazu entschlossen die neu eröffnete Nachbarschaftsgruppe bei nebenan.de auf die Probe zu stellen.

Die Einladung

Die Einladung war schnell verfasst. Um einem unkontrollierten Ansturm vorzubeugen habe ich meine Straße angegeben und gebeten, sich für genauere Informationen bei mir zu melden. Am nächsten Tag hatte ich schon etliche Nachrichten in meinem Postfach und habe mich darüber sehr gefreut. Der Termin war nämlich relativ spontan und ich habe nicht gedacht, dass ich genügend Teilnehmerinnen zusammenbekomme. Aber alles ist bestens verlaufen und letztlich waren dreizehn Ladies angemeldet. Geplant hatte ich mit zehn und habe aus Platzgründen darauf spekuliert, dass mindestens drei nicht kommen – und genau so kam es dann auch. Wir haben uns ein tolles Kuchenbuffet organisiert und alle haben noch eine Kleinigkeit mitgebracht. In gemütlicher Runde haben wir dann Kaffee getrunken und leckere selbstgemachte Süßigkeiten gemampft. Um die Situation etwas aufzulockern hat jemand eine Vorstellungsrunde vorgeschlagen - diesen Programmpunkt werde ich ab jetzt immer mit einplanen! Das war ein toller Eisbrecher.

Der Nachmittag

Anstatt die Kleidung nur hochzuhalten haben wir zwei Kleiderständer gefüllt und abwechselnd vorgeführt. Das ist ein bisschen wie bei einer Auktion: wer das Teil haben möchte, der meldet sich. Sollten sich zwei für das gleiche Stück interessieren darf es zuerst diejenige anprobieren, die weniger Teile hat. Mit dem Vorführen haben wir uns abgewechselt und immer eine kurze Anprobe-Pause gemacht, wenn die Kleiderständer leer waren. Die Kleidung, die noch übrig geblieben ist, haben wir dann an ein gemeinnütziges Projekt gespendet, welches ein Second-Hand-Shop betreibt in dem Frauen arbeiten, die den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt bewältigen möchten. Wenn man sich dazu entschließt die restlichen Teile zu spenden, dann sollte im Vorfeld auf die Möglichkeit hingewiesen werden. Es sollte aber bitte auch niemand böse sein, wenn jemand dann sein altes Lieblingsstück wieder mitnehmen möchte. Nebenbei haben wir uns darüber ausgetauscht welches das beste Restaurant in unserer Gegend ist, wo der schönste Laufweg ist und wie man Rohkost-Pralinen macht. Nummern und E-Mail Adressen wurden getauscht, neue Treffen vereinbart und ich denke, dass alle nicht nur mit neunen Kleidungsstücken nach Hause gegangen sind (denn zu meiner Freude hatte jede von uns ein neues Lieblingsteil), sondern auch mit dem Gefühl ein paar neue Freundinnen gefunden zu haben.

Das Fazit

Wie nach jeder guten Party sind die letzten erst spät abends gegangen, nachdem sich schon zum dritten Mal verabschiedet wurde. Ich bin sehr glücklich, denn mein Platzproblem hat sich erledigt. Und ich habe etwas entdeckt, was ich gar nicht erwartet hatte - das Gefühl in meiner neuen Nachbarschaft angekommen zu sein.

alt

Danke, Katharina für diesen tollen Bericht!*