Wer erlegt meine Couch? Maya aus Köln lädt Nachbarn zum Möbel-Zerstören ein

Wer erlegt meine Couch? Maya aus Köln lädt Nachbarn zum Möbel-Zerstören ein

Mayas Wohnzimmercouch ist ein Monstrum, das sie alleine nicht loswird. Ein humorvoller Hilferuf zum gemeinsamen Zerlegen der Couch ist der Anfang einer erfolgreichen Nachbarschaftsaktion.

Zu klobig, zu sperrig, zu oll: Das ist die Couch, die seit Jahren in Mayas Wohnzimmer in Köln Holweide steht. „Das ist ein Erbstück von meiner Vormieterin und ich kann sie einfach nicht mehr sehen. Sie hat sogar kleine Rollen, ist aber so schwer, dass ich sie keinen Zentimeter bewegen kann. Alleine hätte ich es nie geschafft, sie aus der Wohnung zu werfen.“

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Tauschen, Teilen, Helfen

Maya ist seit Mai 2017 Mitglied bei der Nachbarschaftsplattform nebenan.de – auf Empfehlung einer Nachbarin, die sie noch aus ihrer alten Hausgemeinschaft kennt. Sie hat schon einige gute Erfahrungen auf der Plattform gemacht: Einmal kam eine Nachbarin vorbei, um sich einen Teil von Mayas Kefir abzuholen. Spontan fuhren beide Nachbarinnen dann weiter zu einer dritten Frau, die noch Bürobedarf abzugeben hatte. „Plötzlich waren wir eine ganze Runde, die gegenseitig Sachen untereinander getauscht hat. Das war total nett.“

Die "Problem-Couch" muss weg

Deshalb entschließt sich Maya, auch für ihre „Problem-Couch“ ihre Nachbarn um Hilfe zu fragen. Und zwar mit Humor: „Wer hat das Werkzeug dafür, die Muskelkraft und vielleicht auch den Spaß daran, dieses Monsterding zu erledigen. Wäre z. B. eine gute Art und Weise seine Wut so mal richtig rauszulassen. Ginge mit einer Elektrosäge, einem Beil oder vielleicht auch mit einem gezielten Karateschlag (lach)."

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Nachbar Paul packt mit an

Gleich mehrere Nachbarn melden sich auf Mayas Hilferuf und bieten Muskelkraft und Werkzeug an. Einer von ihnen ist Paul. Der drahtige Senior steht schon wenige Tage später vor Mayas Haustür, bewaffnet mit einer ganzen Autoladung Werkzeug. Die Chemie stimmt, Maya und Paul duzen sich sofort.

„Paul ist so ein richtiger Helfer-Typ. Er war früher Kfz-Mechaniker und kann einfach alles reparieren. Er hat sogar gesagt: ‚Ich bin wohl der Einzige bei nebenan.de, dem nicht zu helfen ist.“

Paul inspiziert die Couch fachmännisch. Einzelteile abzuschrauben ist keine Option, also holt er die Stichsäge raus und versucht, eine Armlehne abzusägen. Aber keine Chance. „Da hilft nur rohe Gewalt“, sagt Paul. Maya und ihre Tochter stellen sich auf die Sitzkissen, Paul tritt mit aller Kraft immer wieder gegen Arm- und Rückenlehne. „Wir sind richtig ins Schwitzen gekommen!“, lacht Maya.

Einzige Gegenleistung: Kaffee

1,5 Stunden dauert es, bis die Couch in Einzelteilen auf dem Wohnzimmerboden liegt. Mittlerweile ist es 19 Uhr. Beste Zeit für eine Tasse Kaffee, findet Paul, die einzige Gegenleistung, die er für seine Hilfe annimmt. „Kaffee trink ich Tag und Nacht!“

Auf den letzten Metern bis zur Straße packt noch Mayas Nachbar von der Hofgemeinschaft mit an, den sie schon länger kennt. Alle zusammen schleppen die Teile nach unten und befördern sie auf Pauls Rollwagen bis an den Straßenrand. Morgen holt sie der Sperrmüllwagen ab.

"Auf die alten Kaliber ist Verlass"

„Ich war fix und fertig – danach aber heilfroh, das geschafft zu haben!“, sagt Maya. Die 58-Jährige wohnt seit sieben Jahren in Holweide, kommt gebürtig aus den Niederlanden. „Die Kölner sind schon sehr hilfsbereit, aber vor allem auf die älteren Kaliber wie Paul kann man sich richtig verlassen. Dem würde ich auch jederzeit den Schlüssel zu meiner Wohnung anvertrauen.“

Sowohl Maya als auch Paul hat die Aktion viel Spaß gemacht. „Ich finde es toll, dass man sich über nebenan.de so unkompliziert helfen kann!“ sagt Maya. Sie plant schon die nächste Aktion auf der Plattform: eine Gruppe zum Hörbücher tauschen. Ganz ohne Werkzeug und Muskelkraft.

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