Rührendes Geburtstagsgeschenk: Frank organisiert Kaffeeklatsch für 85-jährige Nachbarin

Rührendes Geburtstagsgeschenk: Frank organisiert Kaffeeklatsch für 85-jährige Nachbarin

"Gerade war ich drüben bei Frau Lieb und hab ihr ein André-Rieu-Konzert eingeschaltet, den sie so gerne sieht. Sie kommt mit den kleinen Tasten und der winzigen Beschriftung ihrer Fernbedienung oft nicht zurecht" erzählt Frank.

Frank ist der einzige Besuch, den seine 85-jährige Nachbarin noch bekommt: Frau Lieb hat keine Kinder oder Verwandte und ihr Mann starb vor knapp drei Jahren. Ihre Freunde und Bekannten wohnen in Hannover, Berlin und Südtirol und sind oft selbst schon recht alt, sodass sie nicht mehr zu Besuch kommen können.

Frau Lieb wohnt schon seit 40 Jahren in dem Haus im Münchener Stadtteil „Alte Kaserne“; Frank ist vor 18 Jahren eingezogen. Zu Anfang grüßten sie sich nur im Treppenhaus oder auf dem Weg zum Supermarkt und wechselten ein paar Worte. Doch eines Tages, als Frau Liebs Mann noch lebte, klingelte er um Mitternacht an der Tür und bat Frank um Hilfe:

Frau Lieb war auf den Hosenboden gefallen, kam nicht mehr hoch und ihr Mann war alleine nicht in der Lage, ihr aufzuhelfen. „Da bin ich natürlich rüber, hab sie unter den Armen gefasst und hochgehievt, gottseidank hatte Frau Lieb sich nicht verletzt. Das ging vor 10 Jahren noch problemlos, jetzt bin ich selbst über 50 und muss auf meinen Rücken aufpassen – denn auf einen Bandscheibenvorfall kann ich gut verzichten.“

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Unterstützung nicht nur für Frau Lieb, sondern auch für Frank

Seitdem hat Frank seine Nachbarn häufig im Alltag unterstützt. Einige Jahre vor dem Tod ihres Mannes hatte Frau Lieb eine Knie- und eine Hüftoperation, weshalb sie heute auf den Rollstuhl angewiesen ist. Mittlerweile ruft sie häufig bei Frank an und bittet um Hilfe: Den Fernseher einstellen, das Fenster zumachen, einen neuen Kühlschrank besorgen, einen Termin bei der Bank wahrnehmen oder einfach mal nur Eis essen gehen…

„Frau Lieb ist wirklich eine herzensgute alte Dame – aber manchmal bin ich wirklich überfordert, weil ich außer dem Pflegedienst ihr einziger Ansprechpartner bin. Manchmal ruft sie mich mehrmals am Tag an, einmal waren's sogar sechs Mal, und dann muss ich ihr auch sagen: Jetzt ist mal gut, ich habe gerade zu tun bzw. das wird mir jetzt zu viel", sagt Frank.

Frank fände es toll, wenn sich auch andere nette Leute um Frau Lieb kümmern könnten – sie gelegentlich besuchen, ihr einfach nur zuhören und mit ihr reden, einen Ausflug zur Eisdiele oder in einen Park machen würden.

Da kam der Einladungszettel vom Nachbarschaftsnetzwerk nebenan.de gerade recht:

„Das war ulkig, den hab’ ich am Donnerstag mittags aus dem Briefkasten geholt und gleich gedacht, vielleicht finde ich darüber ja Nachbarn, die auch mal bei Frau Lieb vorbeischauen und mich ein bisschen entlasten."

Den Geburtstag mit den Nachbarn feiern?

Am Samstag, nur zwei Tage später, stand der 85. Geburtstag von Frau Lieb an. Frank hat die zündende Idee: Wäre das nicht ein schöner Anlass, um ein paar Nachbarn einzuladen und mit Frau Lieb bekannt zu machen?

Noch am gleichen Nachmittag veröffentlicht Frank spontan einen ausführlichen Beitrag bei nebenan.de. Einen Versuch ist es wert, denkt er. Er beschreibt die Situation von Frau Lieb und sich selbst und lädt die Nachbarn für Samstag zum Kaffeeklatsch ein:

„(…) Aktuell wäre es einfach nur schön, wenn ich am Samstag nicht der Einzige bin, der ihr zum Geburtstag gratuliert. Kaffee und Kuchen gibt's für alle, die fest zusagen - aber auch "Fifty-Fifty-Zusagen" sind willkommen oder Leute, die am Samstag zwar nicht können, aber meine Nachbarin demnächst bzw. im nächsten Jahr mal besuchen wollen. Bitte sendet mir möglichst umgehend eine Mail, wir werden ja alle mal alt und hoffentlich nicht einsam - VIELEN DANK!"

Der Beitrag schlägt sofort Wellen in Franks Nachbarschaft. Viele Nachbarn reagieren noch am gleichen Abend begeistert und gerührt auf Franks Aufruf und sein Engagement. Ein älterer Herr sagt gleich zu, Frau Lieb zwischen den Feiertagen besuchen zu kommen und seine Nachbarin Christine kommentiert: „Das ist eine ganz tolle Initiative und ich finde es bewundernswert, dass du dich so um deine Nachbarin kümmerst. Wir kommen gern zum Gratulieren.“

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Kaffeeklatsch mit Hahn im Korb

Am Samstag ist es dann soweit: Frank stürzt sich in die Vorbereitungen, besorgt Kuchen, verrückt die Möbel in Frau Liebs Wohnung und deckt den Tisch mit dem besten Geschirr.

„Dann sollte ich natürlich das gute Silberbesteck nehmen, das war aber leider schwarz angelaufen – und die Zeit wurde schon knapp. Da durfte ich dann auch noch das Silber polieren, was übrigens sehr gut mit Zahncreme geht: einfach die Zahnpasta direkt auf die Finger auftragen und das Silber abreiben", schmunzelt Frank.

Er weiht Frau Lieb erst nachträglich in den Geburtstagsplan ein, und anfangs ist die alte Dame auch etwas skeptisch: So viel Besuch von Fremden, wer wird denn da kommen? Aber Frank kann sie beruhigen: Er hat die Rückmeldungen bei nebenan.de so koordiniert, dass nicht zu viele Menschen gleichzeitig auftauchen.

Letztlich versammeln sich sechs Leute um Frau Liebs Kaffeetafel – glücklicherweise genau so viele, wie gutes Geschirr und Silberbesteck vorhanden ist. Frank ist als einziger Mann der Hahn im Korb, dazu kommen Monika und Eva von nebenan.de, Frau von der Howen aus der Gemeinde der Christuskirche und Brigitte, eine gute Freundin von Frank. Sie sorgt mit einem Adventskranz noch für weihnachtliche Atmosphäre auf dem Kaffeetisch.

„Es war dann wirklich eine gemütliche Runde und ein sehr netter, angeregter Nachmittag. Frau Lieb ist aufgetaut, wurde recht munter und hat ein bisschen von sich erzählt. Und ich hab’ von Eva sogar noch den guten Tipp bekommen, wie man Silber noch schneller sauber bekommt: ein Stück Alufolie und etwas Salz in eine Schale warmes Wasser geben, dann das Silber rein – das wird blitzschnell sauber durch Ionenaustausch. Jetzt weiß ich's fürs nächste Mal."

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Wiederholung im neuen Jahr

Frau Lieb überlegt schon, ob sich der nachbarschaftliche Besuch bei ihr im neuen Jahr vielleicht wiederholen könnte. Der Geburtstag war für sie ein schönes Zeichen dafür, wie echte Nachbarschaftshilfe aussehen kann.

Dass eine Online-Plattform wie nebenan.de dabei helfen kann, findet Frank toll: „Über nebenan.de habe ich auf einen Schlag viele Menschen in der direkten Umgebung erreicht. So brauchte ich nicht viele Leute einzeln ansprechen und hatte Zeit, mich kurzfristig um die Organisation zu kümmern - was ja noch gut geklappt hat!"

Und vielleicht findet Frank über nebenan.de ja auch noch eine Empfehlung für einen richtig guten Orthopäden für seinen Rücken.



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