Insektenwiese statt Brachfläche: Ein Projekt, das Nachbarn zusammenbringt

Insektenwiese statt Brachfläche: Ein Projekt, das Nachbarn zusammenbringt

Die Geschichte von Cléo ist einfach und dennoch genial: Mit der Hilfe ihrer Nachbarn wandelte sie eine kahle Grasfläche in Berlin in eine prachtvolle Insektenwiese um. Damit zeigt sie umso mehr, wie sehr nachbarschaftliches Engagement die Lebensqualität in einem Viertel steigern kann.

Es war im Februar diesen Jahres, als Cléo eine Idee hatte: Inspiriert von ähnlichen Projekten aus ihrem Heimatland Frankreich fasste sie den Entschluss, aus einem brachliegenden Stück Grasland in ihrer Nachbarschaft eine Insektenwiese zu schaffen.

Brache Wiese vor Projektbeginn

Doch wo fängt man an, wenn man einen öffentlichen Platz umgestalten möchte? Nach Besuchen bei Parteien und verschiedenen Vereinen landete sie zunächst beim Grünflächenamt. Zwar mangelte es dort an finanziellen Mitteln, um Hilfe bereit zu stellen, doch fand Cléo zumindest heraus, an welche Bedingungen eine städtische Bepflanzung geknüpft ist.

So verlangte das Grünflächenamt eine Betreuung des Projekts durch einen erfahrenen Garten- und Landschaftsbauer, um eine der Stadt angepasste Bepflanzung sicherzustellen. Hinzu kam eine Bedingung, die Cléos Idee noch ein Stück besser machte: Die genutzte Fläche solle unter anderem der Bildung von Schülern dienen.

Unterstützung fand sie schließlich beim Quartiersmanagement, das als Teil des Aktionsfonds für nachbarschaftliches Engagement finanzielle Unterstützung bieten konnte. Zusammen mit etwa 45 Nachbarn, die Cléo größtenteils auf nebenan.de gefunden hatte, traf sie sich an einem Nachmittag zum Umpflügen der Fläche.

Nachbarn helfen beim Umpflügen

Bei der anschließenden gemeinsamen Bepflanzung wurde darauf geachtet, dass sowohl Zier- als auch Nutzpflanzen gesetzt werden. Dies hat gleich mehrere Vorteile: vielfältige Nahrungsquellen für Insekten, die Fläche wird mehr genutzt und ein echter sozialer Mehrwert entsteht.

“Schon jetzt entstehen Verbindungen um die Arbeit auf der Fläche. Man spricht sich ab, wer sie wann gießt. Nachbarn gehen gemeinsam pflanzen.” berichtet Cléo begeistert.

Dabei hat das Projekt nicht nur die Nachbarn in einen Austausch gebracht, den es vorher nicht gab. Mit einer Grundschule aus der Nachbarschaft koordinieren sie sich und nutzen einen gemeinsamen Ort zum Lagern von Gartengeräten. Die gesamte Straße ist damit zum wichtigen Verbindungspunkt für viele Schüler geworden.

Vergleich vorher - nachher

Am 21. Juli veranstaltete Cléo schließlich ein kleines Fest, um die getane Arbeit gemeinsam mit den Nachbarn zu feiern. “Wir haben uns ein nachhaltiges, biodiversitätsförderndes, soziales Kunstwerk erschaffen” sagt sie stolz. Es wurde auch schon über das nächste Projekt gesprochen: Eine Insektenwiese am nahe gelegenen Kottbusser Tor.

Hast auch du Lust auf die Verschönerung deines Viertels? Dann melde dich an auf nebenan.de und finde Mitstreiter.

Fest am 21. Juli